ADHS und Fibromyalgie – Blog ADHS-Spektrum

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Eines der Themen, die mich schon länger und immer wieder beschäftigen sind die Zusammenhänge von ADS / ADHS und chronischen Schmerzen

Zu Fibromyalgie und ADHS hat ja schon Johanna Krause vor sehr vielen Jahren erste Studien in Deutschland veröffentlicht und damals dann einen Behandlungsversuch mit dem reversibelen Mao-Hemmer Moclobemid durchgeführt.

In meiner klinischen Arbeit habe ich dann immer wieder mit Fibromyalgie zu tun gehabt, häufig dann auch mit Erschöpfungssyndromen. Viele der Patientinnen (denn meist waren es Frauen) haben dabei sehr frühzeitig zu einer Schmerzmedikation mit Opiaten gegriffen.

Eine neuere Studie untersuchte jetzt diese Zusammenhänge nochmals.

In dieser Studie wurden 106 Personen mit einer FMS-Diagnose basierend auf den Kriterien des American College of Rheumatology von 2010 auf (a) das Vorhandensein von ADHS untersucht

Fast ein Viertel der Patienten (24,5%) mit einer FMS-Diagnose (also Fibromyalgie) erfüllte auch die Kriterien für ADHS.

Dabei zeigten diese Patientinnen und Patienten eine statistisch deutlichere Ausprägung der Fibromyalgie-Symptomatik bzw. mehr Einschränkungen im Alltag (bzw. eben Arbeitsunfähigkeit bzw Teilhabeeinschränkungen).

Diese Untergruppe griff auch deutlich häufiger (38,5 % gegenüber 3,8%) zu einem Substanzmittelgebrauch, insbesondere Schmerzmittel auf Grundlage von Opiaten.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ADHS die Belastung durch spezifische Behinderungen bei der Arbeit und bei sozialen Aktivitäten erhöhen kann und mit einem Trend zum übermäßigen Gebrauch von Opioid-Schmerzmitteln verbunden ist. Das Screening und dann die Behandlung von ADHS- Symptomen bei Schmerzpatienten wird dringend empfohlen, insbesondere bei Patienten, die dazu neigen, die Dosis von schmerzstillenden Medikamenten zu erhöhen.

Nach meiner subjektiven Erfahrung bringt es durchaus auch für die Abnahme der Schmerzintensität und -qualität viel, wenn man die ADHS-Symptome behandelt. Gleichzeitig sollte man dann aber auch an Traumafolgestörungen / PTBS denken, die dann häufig in der Kombination von Schmerz/ Trauma / ADHS auftreten und behandelt werden sollten.

Quelle : https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S002239562031030X?dgcid=rss_sd_all


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