Autismus und ADHS teilen ein gemeinsames genetisches Risiko

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Autismus und ADHS teilen eine gemeinsame genetische Belastung

Die Autismus-Spektrum-Störung und die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung sind beide als vererbbar bekannt, aber die Details der beteiligten Gene bleiben unklar.

Forscher berichten nun von der Analyse der Exomsequenzen von etwa 8.000 Kindern mit ASD und/oder ADHS und 5.000 Kontrollen.

Die Forscher fanden heraus, dass die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Diagnosen mit Veränderungen in denselben Genen in Verbindung gebracht werden können.

Die neue Studie ist die bisher größte Studie über seltene Mutationen im Genom von Menschen mit ADHS und Autismus.

Die Arbeit wird in der Zeitschrift Nature Neuroscience unter dem Titel „Autismus-Spektrum-Störung und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung haben eine ähnliche Belastung durch seltene Protein-Abschneidungsvarianten“ veröffentlicht.

Die Forscher von iPSYCH, Dänemarks größtem Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Psychiatrie, fanden heraus, dass Menschen mit ASD und Menschen mit ADHS eine ähnliche Belastung mit seltenen proteinabschneidenden Varianten in evolutionär eingeschränkten Genen haben, die zu den biologischen Ursachen der beiden kinderpsychiatrischen Störungen beitragen.

„Allein die Tatsache, dass Mutationen im gleichen Ausmaß und in den gleichen Genen bei Kindern mit Autismus und bei Kindern mit ADHS gefunden werden, deutet darauf hin, dass es sich um die gleichen biologischen Mechanismen handelt“, sagt Dr. Anders Børglum, Professor an der Universität Aarhus und einer der führenden Forscher hinter der Studie.

In Dänemark haben etwa ein Prozent der Schulkinder Autismus und zwei bis drei Prozent werden mit ADHS diagnostiziert. Autismus und ADHS sind unterschiedliche Entwicklungsstörungen, aber sie können bestimmte gemeinsame Symptome haben.

Die genetische Analyse von Personen mit ADHS war bisher nicht Teil einer großen Studie.

„Es ist das erste Mal, dass das Genom sowohl für ADHS als auch für Autismus so umfassend kartiert wurde, und die Entdeckung, dass Kinder mit ADHS die gleiche Menge an schädlichen Genmutationen in ihrer DNA haben wie Kinder mit Autismus, ist auffällig und ziemlich überraschend“, sagt Børglum.

Die Ergebnisse weisen direkt darauf hin, welche biologischen Kausalmechanismen ADHS und Autismus gemeinsam haben.

Darüber hinaus identifizierte die Studie das Mikrotubuli-assoziierte Protein 1A als ein neues exomweites, signifikantes Gen, das ein Risiko für psychiatrische Störungen im Kindesalter darstellt.

„In der Studie ist das Gen, das bei Menschen mit ADHS oder Autismus am häufigsten von Mutationen betroffen ist, das so genannte MAP1A-Gen“, so Børglum.

Es ist das erste Mal, dass dieses Gen mit der Entwicklung von ADHS und Autismus in Verbindung gebracht wurde, und die von den Forschern gefundenen Mutationen geben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Autismus und/oder ADHS zu erkranken. „Wir entdeckten eine erhöhte Belastung durch Mutationen, die das MAP1A-Gen bei Menschen mit ADHS und Autismus zerstören oder stark beeinträchtigen, während nur sehr wenige der Kontrollpersonen solche Veränderungen in dem Gen hatten“, erklärt Børglum.

„Die Studie zeigt, dass viel mehr Gene für ADHS und Autismus direkt identifiziert werden können, wenn man mehr Menschen auf ähnliche Weise mit umfangreicher DNA-Sequenzierung untersucht, wodurch sich ein vollständigeres Bild der biologischen Kausalmechanismen und möglicher Ansätze für eine medizinische Behandlung ergibt“, fügt Børglum hinzu.

Übersetzung bzw. Verkürzung eines Artikel https://www.genengnews.com/news/autism-and-adhd-share-a-common-genetic-burden/

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