Ist Methylphenidat langfristig schädlich für das Gehirn?

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Erwachsene, die im Kindesalter mit der Einnahme von Methylphenidat zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) begonnen haben, können laut den Autoren einer Tierstudie, die am 12. Juli in der Fachzeitschrift Neurotoxicology and Teratology veröffentlicht wurde, die Bedenken, ob das Medikament neurotoxische Wirkungen hat, beiseite legen.

Hierzu wurde im Tierversuch mit Rhesusaffen eine spezielle Bildgebung (Mikro-PET/CT) eingesetzt, um die Auswirkungen von jahrelanger Stimulanzieneinnahme neurochemisch zu untersuchen.

Sie fanden heraus, dass die Langzeiteinnahme keinen nachhaltigen Einfluss auf die Funktion der Dopamin-Neuronen im Gehirn hatte.

Nachdem die Bilder geladen waren, wurden die anatomischen Bilder auf die funktionellen Bilder übertragen und fusionierte Bilder erstellt,

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass selbst bei einer supra-therapeutischen Dosis die langfristige Einnahme von Methylphenidat nicht toxisch für das dopaminerge System zu sein scheint“, schrieben Dr. Xuan Zhang, PhD, vom National Center for Toxicological Research der FDA und Kollegen.

Methylphenidat wurde erstmals 1944 entwickelt und 1955 von der FDA für den medizinischen Gebrauch zugelassen. Das Medikament erhöht den Dopaminspiegel im Gehirn, indem es die Transporter des Hormons blockiert, die es normalerweise nach der Freisetzung entfernen.

Methylphenidat wird allgemein als sicher“ angesehen, schreiben die Autoren. Allerdings ist der zugrundeliegende Mechanismus der therapeutischen Wirkungen des Medikaments nicht genau verstanden, und die langfristigen Auswirkungen einer frühen Exposition bei Kindern mit ADHS sind noch vergleichsweise wenig untersucht.

In dieser Studie versuchten Zhang und Kollegen, das neurotoxische Potenzial von Methylphenidat zu untersuchen, wenn es in verschiedenen Entwicklungsstadien eingesetzt wird. Rhesusaffen wurden ausgewählt, weil sie aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit zum Menschen ein genaues Modell des menschlichen Zustands darstellen.

Die Forscher begannen mit der Behandlung der Probanden im Jugendalter und setzten sie bis ins Erwachsenenalter fort. Die Methylphenidat-Dosis wurde schrittweise von anfänglich 0,15 mg/kg auf 2,5 mg/kg/Dosis für die niedrig dosierte Gruppe und 1,5 mg/kg auf 12,5 mg/kg/Dosis für die hoch dosierte Gruppe gesteigert. Die Tiere erhielten die Behandlungen zweimal täglich, fünf Tage pro Woche, über einen Zeitraum von acht Jahren.

Die Gehirne der Affen wurden einmal wöchentlich mit einem Mikro-PET/CT-Scanner (Focus 220, Siemens Healthineers) unter Verwendung von zwei F-18-markierten PET-Tracern (AV-133 und FESP) mit einer hohen Bindungsaffinität für Proteine in der Striatum-Hirnregion, die am Dopamintransport beteiligt sind, abgebildet. Mikro-CT-Koronalbilder wurden unmittelbar nach der Mikro-PET-Bildgebung durch Fusion der anatomischen (CT-) Daten mit den molekularen (PET-) Daten gewonnen.

Die Forscher fanden keinen signifikanten Unterschied im Bindungspotential (oder der Aufnahme) des F-18 AV-133 Tracers zwischen einer normalen Kontrollgruppe und den Gruppen, die sowohl niedrige als auch hohe Dosen von Methylphenidat erhielten. Beide Gruppen, die mit Methylphenidat behandelt wurden, hatten ein geringeres F-18 AV-133-Bindungspotenzial, jedoch erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz. Die Methylphenidat-Behandlung hatte keinen signifikanten Effekt auf das Bindungspotenzial von F-18 FESP.

Die Studie war Teil einer Serie der FDA, die die potenzielle entwicklungsneurologische, kardiovaskuläre und genetische Toxizität von Methylphenidat untersuchen sollte. Während es sich bei den Probanden in dieser Studie um gesunde, normale Rhesusaffen und nicht um Tiermodelle mit ADHS handelte, könnte eine ähnliche Methylphenidat-Behandlung mit etablierten Tiermodellen von ADHS oder bei Patienten mit ADHS andere Ergebnisse liefern, so die Autoren.

Nichtsdestotrotz stimmen die Ergebnisse mit den Erkenntnissen aus anderen verwandten präklinischen Studien überein, die darauf hindeuten, dass eine Langzeitbehandlung mit therapeutischen Dosen von Methylphenidat wenig oder keine lang anhaltenden neurochemischen Effekte hat, schreiben die Wissenschaftler.

„Diese Daten deuten darauf hin, dass die Langzeitanwendung von Methylphenidat trotz anhaltender Bedenken keine negativen Auswirkungen auf die [Neurotransmitter-]Funktion hat“, schlossen Zhang et al.

Quelle (weitgehend übersetzt) https://www.auntminnie.com/index.aspx?sec=ser&sub=def&pag=dis&ItemID=132931

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